LENGENBACHIT (extrem selten) REALGAR und LIVEINGIT, Lengenbach Steinbruch Fäld Binn Goms Wallis SCHWEIZ (Miniatur)
Ein sehr seltenes und älteres Exemplar aus dem Lengenbach-Steinbruch.
Lengenbachit ist eine anerkannte Mineralart, die erstmals 1904 von R. H. Solly identifiziert wurde. Benannt nach ihrem Fundort, dem berühmten Lengenbach-Steinbruch im Binntal in der Schweiz, ist dieses Mineral für seine einzigartige Sulfosalz-Zusammensetzung bekannt. Lengenbachit hat eine komplexe chemische Formel: Ag₄Cu₂Pb₁₈As₁₂S₃₉, die auf einen erheblichen Bleigehalt (Pb) sowie Silber (Ag), Kupfer (Cu), Arsen (As) und Schwefel (S) hinweist. Gekennzeichnet durch seine relativ geringe Härte und hohe Dichte – hauptsächlich aufgrund seines Bleigehalts – ist Lengenbachit ein Beispiel für viele Sulfosalze. Sein triklines Kristallsystem unterstreicht die komplizierte Natur seiner Kristallstruktur und Entstehungsbedingungen. Als Mitglied der Sulfosalz-Kategorie weist Lengenbachit strukturelle Ähnlichkeiten mit anderen Mineralien auf, die aus komplexen Sulfidgerüsten gebildet werden. Im Lengenbach-Steinbruch findet man es häufig zusammen mit Mineralien wie Pyrit, Dolomit und verschiedenen Mitgliedern der Tennantit-Untergruppe, die für das Verständnis der hydrothermalen und metamorphen Prozesse, die zu diesen Mineralformationen führen, unerlässlich sind.
Liveingit ist ein äußerst seltenes Mineral mit der chemischen Formel Pb₅As₈S₁₇, das aus Arsensulfid und Blei besteht. Benannt wurde es 1901 von Richard Harrison Solly und H. Jackson zu Ehren von George Downing Liveing (14. August 1827, Nayland, Suffolk, UK – 26. Dezember 1924), Professor für Chemie an der Universität Cambridge, England. Der Name Rathit-II bezieht sich auch auf Liveingit.