NONTRONIT, KARA MINE, HAMPSHIRE, TASMANIEN
Nontronit gehört zur Smektit-Gruppe der Tonminerale und zeichnet sich durch seinen hohen Eisen(III)-Gehalt aus, der typischerweise über 30 % Fe2O3 und weniger als 12 % Al2O3 auf Glühverlustbasis beträgt. Im Gegensatz zu Montmorillonit besitzt Nontronit nur begrenzte wirtschaftliche Lagerstätten. Es teilt mit Montmorillonit die Fähigkeit, unterschiedliche Mengen an adsorbiertem Wasser auf seinen Zwischenschichtoberflächen sowie austauschbare Kationen zu binden. Unter Vernachlässigung der isomorphen Substitution von Silizium durch Aluminium kann die elementare Zusammensetzung von Nontronit zu FeIII2Si4O10(OH)2 vereinfacht werden.
Eine gängige Strukturformel für dieses Mineral ist Ca0.3(FeIII3.5Al0.4Mg0.1)(Si7Al0.8Fe0.2)O20(OH)4·nH2O.
Nontronit entsteht typischerweise durch die Verwitterung von Biotit und Basalten sowie durch die Ausfällung eisen- und siliziumreicher hydrothermaler Fluide, einschließlich solcher, die in Tiefsee-Hydrothermalquellen gefunden werden. Es gibt Hinweise darauf, dass Mikroorganismen seine Bildung erheblich beeinflussen können und auch an der Reduktion von Struktureisen in Nontronit unter anoxischen Bodenbedingungen beteiligt sind, wobei die reduzierte Form des Tons eine hohe Reaktivität gegenüber bestimmten Schadstoffen zeigt, was möglicherweise zu deren Umweltabbau beiträgt.
Das Mineral wurde 1827 von Pierre Berthier benannt und leitet seinen Namen von der Stadt Nontron im Département Dordogne in Nouvelle-Aquitaine, Südwestfrankreich, ab, wo es erstmals identifiziert wurde.